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Die klassischen Geschäftsbereiche des Fleischers müssen sich ständig neuen Herausforderungen stellen. Eine der möglichen Reaktionen ist der Trend zum mobilen Verkauf. Welche Rolle nimmt das mobile Verkaufen inzwischen ein. Die afz-Marktforschung ermittelte die neuesten Zahlen in einer breit angelegten Studie. |
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Gründe für das Wachstum liegen unter anderem in der zunehmenden Ausdünnung von Fachgeschäften und klassischem, teils kleinflächigen Lebensmittelhandel bei gleichzeitigem Wachstum und Verbreitung von SB-Warenhäusern, Verbrauchermärkten und Discountern. Insbesondere im ländlichen Raum, in denen oftmals weniger als 4 000 Einwohner zum Einzugsgebiet zählen, fallen Engagement und Investitionen schon rein aus betriebswirtschaftlichen Gründen schwer. Der mobile Verkauf bietet hier Chancen in vielerlei Hinsicht:
Wochenmärkte bieten attraktive Standorte sowohl in kleinen als auch in größeren Städten, sogar Großstädten, an denen das mobile Fleischer-Fachgeschäft seine Frische-, Genuss- und Qualitätsstärken wie auch Transparenz zur Herkunft des Fleisches besonders vorteilhaft ausspielen kann. ZMP und CMA sind nach einer aktuellen Auswertung auf Basis einer Rohdatenanalyse des GfK Haushaltpanels beim Vergleich der Einkaufskennziffern für Fleischer-Fachgeschäft, Wochenmarkt und Verkaufswagen ebenfalls zu der Überzeugung gelangt, dass im mobilen Verkauf für Fleisch, Geflügel, Wurst und Fleischwaren eine Chance zu sehen ist: Besonders dort, wo viele kleine Supermärkte sterben. Auch wenn weder Wochenmarkt noch Verkaufstour die Einkaufshäufigkeit eines Fleischer-Fachgeschäfts erreichen, so ist doch der Durchschnittsbon zwischen 14 Prozent (Wochenmarkt) und 40 Prozent (Verkaufstour) höher. Nach einer ZMP Hochrechnung kaufen etwa zwei Millionen Haushalte alle zwei Monate auf dem Wochenmarkt oder am Verkaufswagen Fleisch und Fleischerzeugnisse ein. Umsatz Ebenso zeigt die aktuelle Befragung der afz, dass der Verkauf vor Ort oder besser auf der Straße gut läuft. So beträgt der durchschnittliche Umsatzanteil aus mobilem Verkauf beinahe 30 Prozent, d.h. in Summa etwa 250 000 Euro im Jahr. Diese Umsätze werden erreicht durch den Einsatz von leistungsfähigen Verkaufsfahrzeugen. Hier gibt es zwei wesentliche Fraktionen: die Norddeutsche und die Süddeutsche, auf die die Fleischermeister gerne zurückgreifen. Bei der Auswahl des Chassis liegen hier Mercedes-Benz und Fiat gleich auf, gefolgt von Peugeot und Renault. Der Liebling der Verkaufsfahrzeuge kommt klar aus Norddeutschland. An der Zahl nutzen die Befragten 1,8 Verkaufsfahrzeuge. In der Umsatzgruppe zwischen 750.000 und 1,5 Millionen Euro Jahresumsatz kommen sogar insgesamt drei Verkaufsfahrzeuge zum Einsatz. Alter Das Fahrzeugalter variiert mit der Umsatzgrößenklasse der befragten Betriebe. Fast 60 Prozent haben ihr Verkaufsfahrzeug weniger als zehn Jahre im Einsatz, so beträgt das Durchschnittsalter 7,1 Jahre. Bei Betrieben mit weniger als 400.000 Euro Jahresumsatz sind die Fahrzeuge mit 8,7 Jahren gut anderthalb Jahre älter, bei Betrieben mit mehr als 1,5 Millionen Büro Umsatz (4,8 Jahre) fast zweieinhalb Jahre jünger. Ausstattung Für den Verkauf von Fleisch, Geflügel, Wurst und Fleischwaren und nicht zuletzt Hackfleischerzeugnissen werden entsprechende Thekenmeter zur Sortimentspräsentation benötigt. Die afz Untersuchung schlüsselt hier eine Menge an Metern auf. Selbst in der Kategorie neun Meter und mehr finden sich noch Angaben. Die durchschnittliche Thekenlänge beträgt allerdings exakt 4,23 m. Eine der Ausstattungsvarianten mit Priorität ist das separate Hackfleischabteil. 15 Prozent der Befragten weisen dieses bereits aus. Dieser Wert erscheint recht hoch vor dem Hintergrund vieler Diskussionen in den Bundesländern um den mobilen Verkauf von Hackfleischerzeugnissen in den letzten Jahren. Eine Neuregelung ist seit II. April 2003 in Kraft getreten. Um Verunsicherungen zu vermeiden erscheint es sinnvoll, neue Verkaufsfahrzeuge mit einem separaten Hackfleischabteil auszustatten. Handlungsspielraum und Flexibilität sind dann für den Betreiber wesentlich größer. Die Hackfleischzubereitung vor den Augen der Kunden stellt für die handwerkliche Meisterqualität ohnehin ein MUSS dar. Finanzierung Die Finanzierung der mobilen Verkaufsfahrzeuge erfolgt selbst unter Berücksichtigung aller Umsatzgrößenklassen von 77 Prozent der Befragten aus Eigenkapital. Finanzierungen über die Hausbank oder über eine Bank des Fahrzeugherstellers spielen eine untergeordnete Rolle. Mit wachsender Umsatzgrößenklasse erhält das Leasing eine höhere Bedeutung. Durchschnittlich nutzen 34 Prozent der Befragten diese Form der Finanzierung. Hier besteht also auf Anbieterseite noch Kommunikationsbedarf als auch wirtschaftlicher Argumentationsbedarfgegenüber den Marktteilnehmern. Statistik 97 Prozent der Befragungsteilnehmer mit mobilem Verkauf sind als Mitglied in einer Fleischerinnung organisiert, 86 Prozent führen die f-Marke des Fleischerhandwerks. Aufgrund des Durchschnittsalters von 47 Jahren besteht bei der Frage nach der Betriebsnachfolge zurzeit kein Handlungsbedarf. Der durchschnittliche Jahresumsatz liegt bei 831.000 Euro. Die Befragung wurde im Zeitraum 15. April bis 18. Juni-2003 schriftlich durchgeführt. Die Rückläufe werden in Zusammenarbeit mit einem unabhängigen Marktforschungsinstitut, I.M.A. Media-Service Dreieich, erfasst. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse ist erhältlich bei Jörg Schiffeler, (Quelle und Grafiken: afz-journal)
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