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Verkaufsfahrzeuge, Verkaufsanhänger, Verkaufsmobile, Verkaufsstände und Pavillons von Borco-HöhnsWochenmarktpräsenz contra Filialgeschäft

125 Jahre Landschlachterei Bruns in Bockhorn,
Reportage aus "afz journal", 7/8 2006

Man verkauft mit Borco-Höhns

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Pfiffige Ideen und Handwerkskunst seit Kaisers Zeiten

125 Jahre Handwerkstradition - das war ein überzeugender Grund für die niedersächsische Landschlachterei der Familie Bruns, zu einem zünftigen Fest einzuladen. Selbst ältere Einwohner von Steinhausen, einem Ortsteil der friesländischen Gemeinde Bockhorn, mussten lange zurückdenken, um sich an ein vergleichbares Ereignis zu erinnern. Der kleine Ort stand regelrecht Kopf, als die Landschlachterei Johann Bruns im Mai ihr langjähriges Bestehen beging. Tausende waren der Einladung gefolgt und feierten mit.

 

Ein stattliches Team steht zur Seite
Ein stattliches Team steht Jan, Johann, Renate (hintere Reihe Mitte) und Helga Bruns (1. Reihe, 3.v.l.) zur Seite. Sowohl für die Inhaber als auch die gesamte Belegschaft gilt das Motto: „Immer eine Idee frischer" - und das ist mehr als eine Werbebotschaft.

Vierte Generation ist „am Drücker"

Seit zwei Jahren lenken Jan Bruns und seine Frau Helga das in Bockhorn fest etablierte Unternehmen mit seinen rund 40 Mitarbeitern, darunter zwei Auszubildende. Grundsätzlich könnte sich der Fleischermeister vorstellen, mehr Lehrlinge auszubilden. Doch leider sind seine Erfahrungen eher ernüchternd. „Die Ausbildungsreife der Bewerberinnen und Bewerber lässt häufig sehr zu wünschen übrig", beklagt er.

Die Inhaber führen eine Traditionslinie fort, die schon zu Kaisers Zeiten begann. 1881 hatten Frieda und Fokke Bruns am Stammsitz in Bockhorn-Steinhausen eine reine Rinderschlachterei gegründet. Im Gründungsjahr des handwerklichen Betriebs, 1881, war Schweinefleisch kein Faktor für eine Fleischerei. Denn die Menschen hielten sich ihre eigenen Schweine, schlachteten diese bzw. ließen sie schlachten und stellten selbst Fleisch und Wurst daraus her oder ließen es produzieren. Es war um die Jahrhundertwende, als Frieda und Fokke Bruns ein Pferd mit Wagen kauften und damit häufig in das 18 Kilometer entfernte Wilhelmshaven fuhren. Auf dem Bismarckplatz der damals florierenden Großstadt brachten sie Gemüse und Fleisch unter die Leute. Außerdem nutzte Fokke Bruns sein „modernes" Verkehrsmittel für den Transport von Klinkersteinen nach Wilhelmshaven.

1935 lösten Grete und Johann Bruns die erste Generation ab. Ihnen folgten Renate und Johann Bruns; das war im Jahr 1974. Die Nachfolge der jetzigen Chefs, Helga und Jan Bruns, scheint gleichermaßen gesichert zu sein. Die beiden Kinder, Tochter Lea (5) und Sohn Ben (4), könnten in rund 15 Jahren die fünfte Generation an der Spitze bilden. Aber bis dahin vergeht noch viel Zeit, in der eine Menge passieren dürfte.

 
Moderator Günther Heeren, Jan Bruns und Ehefrau Helga.
Moderator Günther Heeren (links) führte mit seinen Ansagen durch den Tag der offenen Tür. Rechts daneben: Fleischermeister Jan Bruns und Ehefrau Helga.
125 Jahre Handwerkstradition wurden zünftig gefeiert
125 Jahre Handwerkstradition waren der Grund für ein zünftiges Fest, zu dem Tausende von Gästen kamen und mitfeierten.

Großes Potenzial im Partyservice

Das Motto der Landschlachterei Bruns heißt: „Immer eine Idee frischer“ - und es ist mehr als eine Werbebotschaft. Die Eltern von Helga Bruns bewirtschaften einen Bauernhof. Und von diesem stammen die Lämmer und das Großvieh, die letztlich in der Landschlachterei Bruns in der Verkaufstheke landen. Zuvor werden die Tiere in den modernen Verarbeitungshallen in der Mitte von Steinhausen geschlachtet. „Eine engere Absprache bei Aufzucht und Mast ist kaum vorstellbar", stellt Jan Bruns mit Recht fest. Auf diese Weise könnten „absolute Frische und Güte unserer Fleischproduktion garantiert" werden.

Fleischermeister Bruns hält die unmittelbare Verbindung von bäuerlicher Landwirtschaft und traditionellem Fleischerhandwerk für die wichtigste Erfolgsgrundlage: „Über die Qualität des Fleisches wird schon beim Bauern im Stall entschieden." Dass das auf familiären Banden beruhende Vertrauen gerechtfertigt ist, zeigt sich auch in den zahlreichen Auszeichnungen für ihre Produkte, die die Bockhorner Firma bisher errungen hat. In diesem Jahr „kassierte" die Landschlachterei Bruns zum Beispiel bereits mehrere Goldmedaillen und eine Ehrung im Rahmen des Deutschen Fleischwurst-Pokals.

Wie viele seiner Kollegen, sieht auch Jan Bruns im Partyservice-Bereich ein großes Potenzial - und das trotz der starken Konkurrenz. Vor rund einem halben Jahr verstärkte das Unternehmen seine Arbeit in diesem Segment und ist mit dem bisherigen Zuspruch sehr zufrieden. „300 bis 500 Gäste sind kein Problem", so Bruns.

In kleinerer Größenordnung, aber mit großem Erfolg spielen sich die Grillpartys ab, die die Landschlachterei Bruns als Bestandteil ihres Partyservices anbietet. Offeriert werden alle Produkte, die man sich für eine gemütliche Grillparty wünscht. Beispiele für die Produktpalette sind verschiedene Steakspezialitäten vom Schwein, Lamm und Rind, diverse Sorten Fleischspieße, Putensteaks in feiner Marinade, Grillwürstchen, Spare Ribs, Salate aus der eigenen Herstellung, Partybrötchen und Baguettes. Darüber hinaus stellt die Landschlachterei. die über zwei Imbisswagen verfügt, auf Wunsch auch die Grillgeräte und das Fachpersonal.

 
24 Wochenmärkte werden beliefert   Insgesamt 24 Wochenmärkte in der Region werden von der Landfleischerei Bruns mit Wurst- und Fleischwaren versorgt.

 

Für den Erfolg im Partyservice ist aus Sicht des friesländischen Fleischermeisters ein umfassender Service erforderlich. Arbeitseinsätze an Sonnabenden und Sonntagen zählen dazu. Ferner müsse man einige Angebote unterbreiten, die nicht jeder Mitbewerber vorweisen könne.

Der Bockhorner Betrieb profiliert sich in dieser Hinsicht beispielsweise mit dem Büfett „Bella Italia". Das wird ab 20 Personen zum Kopfpreis von 19,90 Euro aufgetafelt. Es besteht neben einem bunten Vorspeisenteller beziehungsweise Bruschetta aus dem Hauptgang Schweinemedaillons im Parmesanmantel mit Bandnudeln in Tomatensoße, Putenmedaillons in würziger, mediterraner Gemüsesoße und bunter Reispfanne sowie Lasagne, Tomate-Mozzarella, mit einem bunten Salat und hausgemachtem Dressing.

Zuständig für den Partyservice ist in erster Linie die Chefin. Sie betreut zusätzlich den Präsent-Service. In diesem Bereich werden Geschenke in mehreren Größenordnungen und Preisklassen zusammengestellt und bei Bedarf sogar an die Empfänger verschickt. Denn viele der Auftraggeber sind Gewerbetreibende oder Firmen.

Wochenmarktpräsenz als Alternative

Statt auf Expansion in Form von Filialen setzt die Landschlachterei auf die Wochenmarktpräsenz. Insgesamt 24 Wochenmärkte in der Region werden mit Wurst- und Fleischwaren versorgt. Den geographischer Zirkel setzt Bruns weit an: Neben den Städten Bremerhaven und Wilhelmshaven werden die Landkreise Wesermarsch, Friesland, Ammerland, Ostfriesland und Cloppenburg berücksichtigt. Dabei sind sechs Verkaufswagen im Einsatz. Einen Nachteil der Wochenmarkt-Auftritte verschweigt den Unternehmer nicht: „Man muss richtig früh aufstehen", merkt er mit einem Schmunzeln an. Aber die Vorteile überwiegen aus seiner Sicht bei weitem. Schließlich würden feste Kosten in beträchtlicher Höhe eingespart, wie sie bei „stationären" Niederlassungen anfallen. Und die Flexibilität bei mobilen Verkaufsgeschäften sei enorm.

Nicht zuletzt bringt es das Flagge-Zeigen auf den Wochenmärkten mit sich, dass man über die Kundenbedürfnisse auf dem neuesten Stand bleibt. Die sind bekanntlich im stetigen Wandel und müssen durch viel Abwechslung beim Angebot befriedigt werden.

„Wir bringen häufig neue Produkte auf den Markt", berichtet Bruns. Ein Schwerpunkt liegt bei dem Landschinken, Der wird in einer mehr als 100 Jahre alten Kaltrauchkammer nach den Prinzipien traditioneller Räucherung in ein absolutes Geschmackserlebnis verwandelt. Basis der Herstellung von Wurst und Fleisch sind teilweise sehr alte, von Generation zu Generation überlieferte Familienrezepte. Diese traditionellen Verfahren werden mit modernster Technologie verbunden - und heraus kommen Spitzenprodukte, die die Kundschaft begeistern sollen.

Ein großer Teil der Kunden im Ladengeschäft in Steinhausen und auf den Wochenmärkten kauft bei Bruns schon seit vielen Jahren, mitunter bereits seit Jahrzehnten ein. Darunter sind auch viele prominente Personen vertreten. Als die afz die Landschlachterei Bruns in Augenschein nahm, deckte sich gerade der ehemalige Bundesarbeitsminister Herbert Ehrenberg mit Aufschnitt ein.  (W / Fotos: kl)


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