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Gebrüder Feltes: Aus „Notlösung“ wurde Geschäftskonzept

Alsdorf (Kreis Aachen). „Mann muss in jeder Hinsicht beweglich sein, um Freude und Erfolg bei diesem Geschäft zu haben“, ist Ralf Feltes überzeugt, „und man muss seine Kunden mögen.“
Gemeinsam betreibt der Fleischermeister mit seinem Bruder Dieter eine mobile Fleischerei im Deutsch-Belgisch-Niederländischen Grenzgebiet im Westen Nordrhein-Westfalens. Seit drei Jahren ist Ralf Feltes regelmäßig auf Achse. Mit einem Verkaufmobil besucht er dienstags über 60, freitags sogar mehr als 120 feste Kunden. Angefahren werden zumeist Siedlungen in kleineren Ortschaften oder in jenen Ortsteilen, deren Bewohner den Supermarkt nicht gerade vor der Haustür haben. Mittwochs, donnerstags und samstags ist die mobile Fleischerei auf Wochenmärkten anzutreffen. Doch gerade dieser Wechsel zwischen Bring-Service von Haus zu Haus und dem stationären Verkauf auf den Wochenmärkten ist es, was den Brüdern viel Freude macht. „Es ist einfach abwechslungsreich und alles andere als langweilig“, schildern sie ihre Erfahrung aus drei Jahren.
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Die Idee mit der mobilen Fleischerei wurde seinerzeit aus der Not geboren. In den Jahren 1993 bis 2001 betrieben die Feltes-Brüder eine konventionelle Metzgerei mit Produktionsräumen und Ladengeschäft. Bereits 1999 begannen sie mit einem VW-Bulli die ersten Lieferungen zu den Kunden zu fahren. Verpackte Ware, hygienisch vakuumiert, wurde auf Bestellung geliefert. „Es sprach sich schnell herum, dass hier regelmäßig der Metzger kommt“, erinnert sich Dieter Feltes. Bereits in dieser Zeit wurde ein kleiner Kundenstamm aufgebaut. Als 2001 ein Brandschaden den Betrieb und vor allem den Verkauf lahm legte, reifte die Überlegung: Was
machen wir nun? Der Verkauf sollte weiterlaufen, ein geeigneter Verkaufwagen mit großer Metzgertheke wurde gesucht. Fündig wurden Ralf und Dieter Feltes bei einer Ausstellung des Mobilverkauf-Spezialisten Borco-Höhns.
„Wir waren von der Ausstellung und den Möglichkeiten, die die Fahrzeuge bieten, auf Anhieb begeistert“, sagen die beiden. Ein Fahrzeug war schnell gefunden und gekauft. Die Touren, die damit möglich waren, wurden stetig erweitert. Standorte auf Wochenmärkten kamen hinzu, weitere Ideen wie Standplätze an halben Tagen vor frequenzstarken Einkaufzentren ergänzen die Palette heute. Hauptstandbeine sind nach wie vor das Marktgeschäft und die Hausbelieferung.
Montags wird in der Wurstküche vorproduziert, ab dienstags wird verkauft. Parallel dazu unterhält die Familie einen Kiosk, der mit Fleischertheke und Frische-Angebot ausgestattet 365 Tage im Jahr geöffnet ist. Betreut wird dieser Geschäftsteil von Winfried, dem dritten Bruder im Bunde der Familie Feltes.
Der Lieferdienst läuft in einem Radius von 25 km Umkreis. Maximal werden an einem Tag 80 km gefahren, freitags ist das Verkaufsmobil von 9.00 bis 18.00 Uhr unterwegs.
„In den kleineren Orten haben wir eine sehr gemischte Kundschaft, vorwiegend werden Privathaushalte beliefert“, berichten die Gebrüder Feltes.
Allerdings gelte es auch eine besondere Fleischqualität anzubieten und sich mit dem Preis an das allgemeine Niveau anzupassen. Da ein Laden in 1a-Lage nicht finanziert werden muss, geht die Kalkulation mit dem mobilen Verkauf hervorragend auf.
Neben dem klassischen Fleisch- und Wurstsortiment gibt es Fertiggerichte wie Rouladen, Currywurst oder Schaschlik mit Sauce in handlichen Kunststoffschalen, die sowohl für die Mikrowelle als auch für den Froster taugen. Während Dieter Feltes in der Produktion und der Küche seine Stärken sieht, ist es Ralf Feltes, der ebenso wie seine Frau Jacqueline besonders viel Spaß am Verkaufen hat und dies auch täglich unter Bewies stellt. „Man muss von der Qualität überzeugt sein, und das auch in geeigneter Weise rüberbringen“, sagt er. Dies gelingt ihm glänzend. Mehr noch, der rollende Fleischerladen gilt längst auch als eine Art lokale
Nachrichtenbörse.
Viele Kunden kaufen beim Stop der mobilen Fleischerei dort auch gleich den gesamten Wochenbedarf an Fleisch und Wurst ein. Aus diesem Grunde sind auch die Wurstportionen bereits so verpackt, dass sie sich im Kühlschrank ein paar Tage länger halten. Nicht nur Senioren schätzen diesen Service. Auch berufstätige Ehepaare finden es sehr praktisch, alle frischen Lebensmittel aus einer Hand geliefert zu bekommen und zwar direkt vor die Haustür. Werbung betreiben die Gebrüder Feltes kaum. „Es spricht sich von Nachbar zu Nachbar herum, dass unsere Waren gut schmecken und ihr Geld wert sind“, berichten sie.
Anfang dieses Jahres wurde daher ein größeres Verkaufsmobil angeschafft. „Jetzt haben wir erheblich mehr Kühlmöglichkeiten und im Hintergrund der Theke Vorbereitungstisch, Aufschnittmaschine und sogar ein kleines Brotregal“, freuen sich die mobilen Fleischer. Noch in einer weiteren Hinsicht profitieren sie vom Trend zum mobilen Verkauf. Der Partyservice entwickelte sich zu einem starken Standbein. Und auch hier kennen die beiden keine Kompromisse: „Wir liefern die ganze Bandbreite der Büffets an jedem Tag der Woche, Feiertage sind dabei keine Ausnahme.“ Dabei sind sie davon überzeugt, dass die eigene Mobilität und
Flexibilität nur dann gewährleistet bleibt, wenn auch das Transportmittel 100 Prozent zuverlässig ist. „Auch hier lohnt es sich, nicht nur auf den Preis, sondern auf die Leistung insgesamt zu achten, die dafür geboten wird“, geben die allen Kollegen mit auf den Weg, die ähnliche Pläne haben.

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