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Fleischermeister Gerhard Hörtkorn aus Tailfingen sichert sich seinen Mehrumsatz mit mobilem Verkauf

Mit gebrauchtem Verkaufswagen gestartet
afz/ggt, TAILFINGEN. Die Weichen für die Zukunft hat Fleischermeister Gerhard Hörtkorn (38) aus Tailfingen (Zollernalbkreis) mit dem Kauf eines mobilen Verkaufswagens gestellt, der als zweites Standbein für sein Fachgeschäft den Umsatz kräftig steigern soll.
Fleischersohn Gerhard Hörtkorn stammt aus Endingen bei Balingen und erwarb seine ersten beruflichen Meriten in der Fleischerei Haaga in Baiingen, wo er von 1981 bis 1984 eine Lehre absolvierte. Im Anschluss daran rundete er in verschiedenen Betrieben sein berufliches Wissen ab, bevor er 1988 an der Meisterschule Landshut den großen Befähigungsnachweis erwarb. Sechs Jahre später wagte Hörtkorn den Sprung in die Selbstständigkeit und erwarb die Fleischerei Schlotterbeck in Tailfingen. Zum Ladengeschäft gehören auch ein Partyservice und die flexible Belieferung von kleinen und größeren Vereinsund Firmenfesten. Das Geschäft liegt jedoch etwas abseits vom Zentrum und hat fast keine Laufkundschaft, doch Hörtkorn wollte seinen Umsatz unbedingt weiter steigern. Nach reiflicher Überlegung entschied er sich für den Kauf eines gebrauchten, mobilen Verkaufswagens bei der Firma
Borco-Höhns in Rothenburg/Wümme, weil er keine Filiale mit horrender Mietbelastung wollte. Obendrein binde eine Filiale zu stark an einen Standort.

In Wohngebieten oder ländlichen Gemeinden, die keine Fleischerei haben, steht der Verkaufswagen am festgelegten Wochentag zur festgelegten Zeit entweder an einem festen Platz oder fährt durch die Straßen und kündigt dabei sein Kommen an. Foto: ggt
Freimütig berichtet der 38-jährige Fleischermeister über seine Konzeption auf dem Weg zum Kunden. Um näher an den Kunden heran zu kommen, habe er zunächst die la-Lagen für seinen Verkaufswagen selber gesucht, dann die Besitzer ausfindig gemacht und mit ihnen die Nutzung vereinbart. Dieser nächste Schritt war die gezielte Verteilung von Handzetteln mit seinen Angeboten in den Haushalten, die sich im Umkreis vom jeweiligen Standort befinden. Außerdem erschien in der größten Tageszeitung der Region ein Kollektiv im Umfang von einer halben Seite, in dem mit Text und Fotos ausführlich über den Verkaufswagen und seine Touren informiert wurde. Der Verkaufswagen erhielt neben dem bereits für das Ladengeschäft geschaffenen „Hörtkorn"-Logo ein weithin sichtbares, freundlich dreinblickendes Schweinchen, damit er schon aus großer Entfernung gesehen und erkannt wird.
Auf den Handzetteln war neben Hörtkorns Fleisch- und Wurstangebot genau vermerkt, an welchen Tagen und zu welcher Zeit der Verkaufswagen vor Ort ist. In Wohngebieten oder ländlichen Gemeinden, die keine Fleischerei haben, steht der Verkaufswagen am festgelegten Wochentag zur festgelegten Zeit entweder an einem festen Platz oder fährt durch die Straßen und kündigt dabei sein Kommen mit einem deutlich hör- und unverwechselbaren Klingelsignal an. An den festen Plätzen erfolgt die Kühlung über den dortigen Stromanschluss. Beim rollenden Verkauf durch die Straßen übernimmt eine leistungsstarke Batterie die Kühlung im Verkaufswagen. Für den Verkaufswagen hat Gerhard Hörtkorn seinen Bruder Thomas eingestellt. Der nimmt bei seinen Verkaufstouren die gesamte Palette an Fleisch und Wurst mit, so wie sie auch im Ladengeschäft zum Verkauf kommt. Insgesamt können bis zu 350 Kilogramm
Fleisch und Wurst in den 2,8-Tonner von Fiat geladen werden.
Mittlerweile liegen auch die ersten, aufschlussreichen Erfahrungen vom Verkauf auf der Straße vor. So ist zum Beispiel ein Bäcker in einem Wohngebiet ohne Fleischerei ganz besonders glücklich darüber, dass der Verkaufswagen am Freitagmorgen direkt neben seiner Bäckerei (vor einer leer stehenden Fleischerei) steht. Auffallend ist aber auch die hohe Nachfrage nach koch- und bratfertig zubereitetem Fleisch. Insbesondere junge Frauen nähmen, so Hörtkorn, vom Kauf bestimmter Fleischsorten Abstand, weil sie unsicher sind, wie sie richtig zubereitet werden. Von Anfang an sei auch klar gewesen, dass der Montag im mobilen Verkauf der Ruhetag ist. Die mobile Fleischerei geht deshalb von Dienstag bis Samstag auf Tour. Jede Woche gibt es Sonderangebote bei mehreren Fleisch- und Wurstsorten.

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