Verkaufsfahrzeuge, Verkaufsanhänger, Verkaufsmobile, Verkaufsstände und Pavillons von Borco-Höhns

 

Verkaufsfahrzeuge, Verkaufsanhänger, Verkaufsmobile, Verkaufsstände und Pavillons von Borco-HöhnsPraxistest - die rollende Filiale
(Fleischerei Malsch)

(Reportage aus Blick / ff-delikat 03/05)

Man verkauft mit Borco-Höhns

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In dünner besiedelten Regionen lohnt es sich, dem Kunden entgegenzukommen. Ein Verkaufsfahrzeug kann man variabel einsetzen. Claus Malsch im Thüringer Wald machte mit diesem Konzept und einem Fahrzeug von Borco-Höhns beste Erfahrungen.

Die Absatzmöglichkeiten für Fleisch und Wurstwaren in Brotterode im Thüringer Wald sind begrenzt. Bei weniger als 3000 Einwohnern im Ort muss man sich weitere Verkaufsstellen suchen. Metzgermeister Malsch fand diese in Kleinschmalkalden in Form eines Ladens und in Seligenthal im Vorkassenbereich eines Norma-Marktes. Da aber in vielen anderen Ortschaften im idyllischen Bergland Menschen wohnen, die zum Einkaufen nicht allzu weit fahren wollen, beschloss Malsch, ihnen entgegenzukommen.

Wechselnde Standorte auf Wochenmärkten
Gleich nach der politischen Wende schaffte er sich einen Verkaufsanhänger an und fuhr übers Land. Dann kaufte er einen gebrauchten Verkaufs-Lastwagen und legte sich auf täglich wechselnde Standorte auf Wochenmärkten fest. Das heutige Fahrzeug ist auf ein Fiatfahrgestell aufgebaut und steht dienstags bis samstags jeweils ganztägig auf einem Markt.
Etwa sechs Jahre ist das Fahrzeug zwar alt, aber es sieht noch aus wie neu und versieht klaglos seinen Dienst. Junior-Metzger Mike Malsch erklärt: „Nachdem sich gezeigt hatte, dass der Verkauf auf den Wochenmärkten funktioniert, haben wir bei der Firma Borco-Höhns ein neues Auto bestellt. Gemeinsam mit dem Fachverkäufer haben wir alles durchdiskutiert: die Anwendung, die Kapazität, die Auslastung und so weiter. Sie haben uns ausgezeichnet beraten, und alles hat sich bis heute bewährt." So ist das Fahrzeug beispielsweise mit einem Kühlraum hinter der Fahrerkabine versehen. Die Ware ist darin selbst im Sommer gut gekühlt untergebracht, so dass in der Verkaufstheke nicht immer die gesamte Ware liegen muss.
„Die Kühlung funktioniert perfekt. Wir haben eine Raum-, eine Theken- und eine Kühlhauskühlung, die zwischen zwei und vier Grad hält. Während der Fahrt betreibt das Fahrzeug die Kühlung und sobald wir unseren Standort eingenommen haben, stecken wir das Stromkabel in die Steckdose, und die Kühlung geht ununterbrochen weiter", erzählt Mike Malsch.


Das Fahrzeug steht an einem Samstag auf dem Markt in Schmalkalden.
 
Das Fahrzeug steht an einem Samstag auf dem Markt in Schmalkalden.

(Fotos: Greubel)


Auch Konserven bietet Metzgermeister Maisch an.
Auch Konserven bietet Metzgermeister Malsch an.
 
Der Mann im Verkaufsfahrzeug ist Daniel Tillmann, Geselle.
Der Mann im Verkaufsfahrzeug ist Daniel Tillmann, Geselle.

Keine Probleme mit der Lebensmittelkontrolle
Ebenso unkompliziert wie die Kühlung lässt sich die Hygiene einhalten. Die Theke ist leicht zu reinigen. Der Innenausbau ist glattflächig. „Im Boden sind Abläufe, so dass wir auf einfache Weise gründlich reinigen können.
Es gab noch nie Schwierigkeiten mit der Lebensmittelkontrolle. Wir protokollieren drei Mal am Tag am Standort die Temperaturen in Theke und Kühlhaus und wenn das bei einer Zufallskontrolle mit der Beobachtung des Kontrolleurs übereinstimmt, hat man ein leichtes Leben", sagt Mike Malsch.
Die Ware stellt man im Stammhaus am Spätnachmittag zusammen und lagert sie im Kühlhaus. Am Morgen beladen die Mitarbeiter den Wagen und räumen die Theke ein, was etwa eine Stunde in Anspruch nimmt. Gegen halb acht Uhr starten Fahrer und Beifahrer in Brotterode und erreichen gegen acht Uhr ihr Ziel, je nach Wochentag in Gotha, Meiningen und Schmalkalden. Angekommen - und den Kühlungsstecker in die erwähnte, auf Dauer gemietete Steckdose, Klappe hoch - und der Verkauf kann beginnen. Interessanterweise verkaufen sich gewisse Produkte auf manchen Märkten hervorragend, auf anderen wieder nicht. „Im Vergleich zu Fleisch verkaufen wir wesentlich mehr Wurst", sagt Mike Malsch. „Ich werte jeden Abend die Kasse aus und schaue mir stichprobenartig einzelne Umsätze an. Aus Erfahrung wissen wir, was wo wie läuft."
Vater Claus fährt gerne zu den Wochenmärkten. Als geschickter Verkäufer fördert er den Absatz und schafft Sympathie bei den Stammkunden. Vom Meister persönlich bedient zu werden, schmeichelt vielen Kunden, und die Tipps zur Zubereitung gibt es gratis von ihm dazu. Die Arbeitsteilung ist klar: Sohn Mike bestreitet die Produktion, Vater Claus verkauft inzwischen lieber.

Rohwurst bleibt über Nacht im Auto
Zwischen 17 und 18 Uhr kommt das Fahrzeug zurück. Dann lädt man die empfindlichere unverkaufte Ware aus und lagert sie bis zum nächsten Tag im Kühlhaus. Abgesehen von den warmen Monaten belässt man die Rohwurst über Nacht im Auto. Mike Malsch: „Das steht in einer Garage und kühlt auch im Sommer herrlich ab."
Der stattliche Anschaffungspreis in der Größenordnung von 150.000 Euro relativiert sich, wenn man dagegen rechnet, was eine feste Filiale mit der Erstausstattung der Einrichtung und der laufenden Unterhaltung kostet. „Das sollte sich jeder überlegen und mit einem festen Standort vergleichen. Mit einem Fahrzeug bleibt man flexibel", sagt Mike Malsch.
„Wir denken darüber nach, ein zweites, kleineres Verkaufsfahrzeug anzuschaffen, vielleicht gebraucht. Obwohl das Borco-Höhns-Auto zuverlässig ist, kann ein Reservewagen nicht schaden - falls doch mal ein unvorhergesehener Werkstattaufenthalt notwendig ist. Außerdem könnte man gleichzeitig an zwei Standorten verkaufen", gibt der Juniorchef zu bedenken.

Menschliche Werte in einer ländlich geprägten Region
Die Wahl war aus zweierlei Gründen auf ein Fiatmodell gefallen: Erstens kostete diese Basis erheblich weniger als zum Beispiel ein Mercedes, zweitens befindet sich eine Fiatwerkstatt am Ort, die das Fahrzeug und den (Diesel-) Motor fachgerecht wartet.
Auch beim Fahrer baut man bei Malsch auf Zuverlässigkeit: Außer dem Chef ist es vor allem Metzgergeselle Daniel Tilmann, der den rund zehn Meter langen Lastwagen bewegt und zwischen anderen Marktständen hindurchmanövriert. „Daniel ist umsichtig und weitsichtig. Er kann gut Auto fahren und gut verkaufen. So jemand, auf den man sich verlassen kann, braucht man", lobt der Juniorchef. In einer ländlich geprägten Region zählen menschliche Werte ohnehin stärker als in einer verstädterten. Achtzehn Mitarbeiter gehören zum Stamm, darunter vier Gesellen, zwei Lehrlinge, eine Köchin und mehrere Verkäuferinnen.
Das Fleisch stammt fast ausschließlich aus Thüringen und wird von den Schlachthöfen Schmalkalden und gelegentlich Coburg angeliefert. Aus Coburg kommen vor allem die Rinder. Abgesehen von regionaltypischen fremden Spezialitäten stellt Metzger Malsch alle Produkte selbst her.

Selbstständigkeit nach der Wiedervereinigung
Das Unternehmen wurde 1910 von Friedhelm Malsch, dem Urgroßvater des 28-jährigen Mike gegründet. Großvater Karl führte es bis zur Enteignung durch die DDR-Oberen. Vater Claus wurde zwar ebenfalls Metzger, durfte aber nicht selbstständig sein und schloss sich einer Handelsorganisation (HO) an. Nach der Wiedervereinigung und der Währungsunion machte er selbstständig und fing bei null an. Mike ist seit 1999 Metzgermeister und führt den Betrieb in die Zukunft.



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