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Borco-Höhns Spezialfahrzeug „on Tour“ zwischen Allgäuer Bergen und dem Bodensee
(Blaubeuren) An der größten Karstquelle Deutschlands, dem historischen Bleubeurener Blautopf, hat Fritz Schönhofer sein Ladengeschäft. Weit über 500.000 Besucher des historischen Wasserbeckens mit Wehr und Höhle machen gerne Halt im Gummibärenparadies der Familie Schönhofer, einem „Haus der Leckereien“. Doch Schönhofers eigentliches Metier ist der mobile Verkauf all des süßen Naschwerkes aus Gelatine, Zucker und Lakritzstoffen. Während Ehefrau Claudia daheim mit zwei Angestellten die Stellung hält, ist Ehemann Fritz fast dreiviertel des Jahres mit dem Verkaufsfahrzeug aus dem Hause Borco-Höhns in der Schwäbischen Alb unterwegs: Wochen, Kräuter, Oster-, Weihnachts- und weitere Festmärkte sind seine zweite Heimat.

Auf 11,30 m Fahrzeuglänge - im aufgeklappten Zustand des Verkaufsbereiches - verteilen sich bunte Kringel, Fruchtsaftbärchen, Cola Kracher, saure Zungen , Kirschohrringe, Lakritze, Bonbons und Konfekt in zahllosen Kästchen., Schachteln, durchsichtigen Boxen. Alles ist liebevoll beschriftet, mit Messingteilen verziert. Nicht nur die Geruchsnerven werden durch lecker gebrannte Mandeln aufs angenehmste gereizt, der komplette Verkaufsstand vermittelt Atmosphäre - eine Mischung aus Jahrmarkt, Konditorei und Kinderparadies. „Man muss alle Sinne ansprechen, insbesondere das Sehen und Riechen“, meint Schönhofer.
Das Spezialfahrzeug mit einer Zuladungslast von über 800 Kilogramm, entwickelt und hergestellt im Rotenburger Fahrzeugwerk Borco-Höhns, ist auch bei geschlossenem Verkaufstresen ein echter Hingucker. „Wer die Beschriftung mit historischen Blautopflogo und einem überdimensionalen Gummibären sieht, ist in der Regel erfreut und gespannt auf den Inhalt dahinter“, schmunzelt der Chef der Gummibären & Co. Damit wird Regel Nummer eins für mobile Unternehmer bestätigt: Der erste Eindruck ist meist entscheidend, schnell können Pluspunkte mit Qualitätsprodukten und einem entsprechenden Verkaufsrahmen
gesammelt werden.
Schönhofer feilt gerne an der Verkaufs-Dekoration, keine verwaisten Flächen sind zu erkennen und trotzdem wirkt alles aufgeräumt und hat seinen festen Platz. Neben der vielfältigen Auslageware sind Lebkuchenherzen, Spielzeugartikel und lustige Schokokringel Teil des Verkaufskonzeptes für Auge. „Da werden Kindheitsträume wieder wach und selbst Erwachsene geraten ins Schwärmen“, so der gelernte Elektrotechniker. Nicht nur in seiner Heimatgemeinde Bleubeuren ist Schönhofer ein immer gern gesehener Mitbewohner und Unternehmer mit verlockendem Angebot.
„Kommt `ne Maus ins Haus und holt ein Stück Konfekt heraus“ - der Wahlspruch der Schönhofers scheint vielfach aufzugehen. Rund 120.000 Euro hat Schönhofer nach eigenen Worten ohne Reue in sein neues Gefährt - der Visitenkarte des Geschäftes - investiert. Über aktuelle Umsatzzahlen möchte er nicht reden, nur soviel: „Der Schwabe schweigt und genießt“. Dafür ist er im Gespräch mit seinen Kunden - darunter viel Stammpublikum - um so redseliger. Der Umgang mit Menschen sei ihm ein bisschen in die Wiege gelegt, meint Schönhofer. Und nennt Regel Nummer zwei für angehende Mobilgeschäftsleute: „Verkaufstalent sowie viel Fleiß und Beharrlichkeit sind wichtige Erfolgsgaranten.“ Die Kunden wissen das zu schätzen und kommen gerne zum Schnuppern, schwäbisch schwätzen und natürlich naschen wie zum Beispiel vom Magenbrot, vergleichbar dem Lebkuchen der Norddeutschen.
So wie die Produkte im passend auf Maß geschneiderten Innenraum ausgestellt sind, so ist auch die technische Ausstattung hinter der Kulisse zur vollsten Zufriedenheit Schönhofers ausgefallen. Der Erstkäufer des Mobilverkaufsfahrzeuges „made by Borco-Höhns“, lobt „die gute Zusammenarbeit mit den Rotenburger Fachkräften“. Vom Knieschalter zum Doppelwaschbecken sei an alles gedacht worden. Eine abgeteilte Mandelbrennerei- unter Berücksichtigung aktuellster Hygienevorschriften - bringt zudem Kundschaft über den „eingebauten Duftfaktor“. Ganz wichtig sei nicht zuletzt die Möglichkeit der
großzügigen Zuladung, da er oft mehrere Tage am Stück unterwegs ist und genügend Ware an Bord nehmen müsse. „Und falls wirklich mal etwas unvorhergesehenes passiert wird man von Borco-Höhns nicht im Regen stehen gelassen“, ist Schönhofers Erfahrung und Regel Nummer drei.
Bereits seit Anfang der 80er Jahre ist der heute 50jährige auf selbständigen Pfaden unterwegs. Die Vorliebe für seine eigenen Produkte hat er sich immer bewahrt. Er sei selbst einer seiner eifrigsten Kunden, lacht Schönhofer. Vom Duft der Wiener Madeln, Kokoschips, Erdnüsse oder Sonnenblumenkerne könne er nie genug bekommen. Schönhofer vergleicht seinen fahrbaren Verkaufsstand mit einer gepflegten Konditorei, fern von den bekannten Supermarktketten mit ihren verpackten Massenprodukten. Diese Nische will Schönhofer weiter erfolgreich ausbauen und pflegen.
Rund 200 Märkte steuert Schönhofer jedes Jahr fest an, eine logistische Schwerstarbeit mit Feinabstimmung. Zusätzlich seien zehn bis 15 neue Märkte in diesem Zeitraum mit in der Verkaufsroute vorgesehen. Vom Blautopf zum Ammersee, nach Ludwigsburg oder Markoberdorf, in Reutlingen in der Fußgängerzone oder vor dem Ulmer Rathaus ab 6 Uhr morgens - Schönhofer kommt viel rum. Nach jedem Arbeitstag wird gründlich aufgeräumt und das Fahrzeug quasi von Fahrerhaus bis zur Felge komplett gereinigt und gewaschen. Denn die „Visitenkarte“ seines Unternehmens soll auch zukünftig keine Flecken bekommen.
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