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Nach mehr als einem Jahr haben Fleischermeister Werner Steimle und seine Ehefrau Michaela ihr Fachgeschäft in Balingen mit einer neuen Konzeption wieder eröffnet. Die Fleischerei war seit Ende 2003 geschlossen.

afz/kuc, BALINGEN. Die Versorgung der Balinger Bürger im Wohngebiet „Auf Schmiden" mit dem direkt gegenüberliegenden Stettberg war jedoch immer gewährleistet, denn Fleischermeister Werner Steimle ist seit Jahren regelmäßig mit einem Verkaufsmobil unterwegs, mit dem er auch zwei Mal wöchentlich vor seinem Laden stand.
Werner Steimle (38) wuchs als Sohn des Meisterpaares Karl und Irene Steimle in Balingen auf, wo seine Eltern ein Jahr zuvor in dem Wohngebiet ein modernes Wohn- und Geschäftshaus mit Verkaufs- und Produktionsräumen errichtet hatten. Die ersten beruflichen Meriten erwarb sich Werner Steimle im väterlichen Betrieb, wo er nach der Mittleren Reife eine Lehre absolvierte. Danach rundete er in Betrieben in Maggstadt und Albstadt sein berufliches Wissen ab, und legte im Juli 19 88 an der Fleischerschule Augsburg die Meisterprüfung ab.
Während sein Vater Mitte der 80-er Jahre das Ladengeschäft komplett modernisierte, startete Werner Steimle vor sieben Jahren erstmals testweise mit einem Verkaufsmobil der Firma Borco-Höhns. Als nach eineinhalb Jahren Testzeit feststand, dass sich der mobile Verkauf rechnet, wurde das erste eigene Verkaufsfahrzeug angeschafft. Schließlich war es billiger als das Mietfahrzeug. Seither ist Steimle kreisweit an vier Tagen in der Woche von Mittwoch bis Samstag jeweils Nachmittags damit unterwegs. Eine Tour mit Haltestellen ist dies jedoch nicht, denn Steimle fährt mit dem Verkaufswagen von Haus zu Haus und bietet das gleiche Sortiment an, wie es auch im Ladengeschäft zum Verkauf kommt.
Als sich seine Eltern 1999 aus dem Geschäftsleben zurückzogen, übernahm Werner Steimle den Betrieb in zweiter Generation und heiratete 2003 Michaela Karau.

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Nach der Betriebsübergabe ging der Ladenumsatz immer mehr zurück. Daher fasste der junge Meister den Entschluss, die Kosten für Energie und Personal entscheidend zu senken und den Laden zu schließen. Zwar schlachtete er weiterhin selbst und produzierte sein komplettes Sortiment, doch der Verkauf erfolgte ab Ende 2003 ausschließlich über die mobile Schiene.
Die kürzliche Wiedereröffnung der Fleischerei basiert auf einer neuen Konzeption. Im Ladengeschäft, das nur vormittags geöffnet ist, wird kein fremdes Personal mehr beschäftigt. Allerdings investierte Steimle nochmals kräftig und schaffte eine ganze Reihe neuer Maschinen - vom Kutter bis zur Aufschnittschneidemaschine - an. Im Laden ist nur Michaela Steimle im Einsatz, die auch Partyservice-Aufträge entgegennimmt und abwickelt. Der Partyservice hat sich neben dem Verkaufsmobil zum dritten Standbein gemausert und schon immer entscheidend zum Gesamtumsatz beigetragen. Zu den Spezialitäten der Steimles gehören die Bauernbratwurst und der weiße Schwartenmagen aus der eigenen Produktion.
Geschlachtet wird nach wie vor selber im Städtischen Schlachthof in Baiingen. Zur Zeit erhält auch ein junger Mann in der Fleischerei Steimle das berufliche Rüstzeug fürs Leben. Thomas Gscheidle, der bereits eine fundierte kaufmännische Berufsausbildung abgeschlossen hat, absolviert derzeit bei Fleischermeister Werner Steimle eine Zweitlehrer als Fleischer.
(Artikel aus AFZ Nr. 8, 23.02.05)

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